Gründertagebuch

Francois Jozic
Erschienen am 05. März, 2010
Kommentare 70
Goliath versucht David zu töten - (Teil 1)

Goliath versucht David zu töten - (Teil 1)

Liebe Leser, Liebe Kunden,

ich habe lange gezögert bevor ich öffentlich machen wollte, was man eine Reihe von Zufällen nennen könnte. Aber jetzt habe ich genug Fakten gesammelt, um Ihnen mitzuteilen, wie versucht wird, die Reputation der noa bank zu zerstören. Hier sind einige Einzelheiten über noa, welche sich in den letzten 3 Wochen ereignet haben.

Am 12. Februar habe ich einen Anruf vom Vertreter eines Mitglieds des Deutschen Factoring Verbandes erhalten. Dieser hat mich darüber informiert, dass der Verband und sonderbarerweise einer ihrer Vorstände sehr aufgebracht über den Auftritt von noa in der Öffentlichkeit ist. Zudem hat mir mein Informant mitgeteilt, dass es für den genannten Vorstand unerträglich sei, dass die Quorum AG, jetzt noa factoring AG, auch nur den kleinsten Vorteil durch den medialen Auftritt von noa haben könnte. Er hat mir sogar mitgeteilt, dass eine Gegenattacke (als ob ich zuerst geschossen hätte – was nicht wahr ist) geplant sei. Eigentlich sagte er, um genau zu sein, dass der Verband ein „Pressemanöver“ vorbereitet.

Ich habe diese Information sehr ernst genommen. Und obwohl ich keinen stichhaltigen Beweis hatte, bin ich immer noch davon überzeugt (und das ist meine persönliche Überzeugung), dass ursprünglich der Deutsche Factoring Verband hinter der Schmutzkampagne gegen Quorum steckt, welche man bei WDR unter folgendem Link sehen konnte:

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2008/07/22/aks_04.xml;jsessionid=F9ED9919

Ja, ich weiß, seit ein paar Tagen funktioniert der Link nicht mehr. Es ist sehr wahrscheinlich ein Zufall. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der WDR den Link aus technischen Gründen von seiner Website genommen hat. Natürlich könnte man auch vermuten, dass diese Reportage heruntergenommen worden ist, weil es dem geplanten Manöver besser dient.

Zum Beispiel weil diese Reportage von keinem hohen Level an Professionalität des Reporters zeugt: Zeugen im Dunklen, eine Nachahmung mit Schauspielern, die Darstellung des Kunden als Opfer, die Dramatisierung des Szenarios ...

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Das Sahnehäubchen: Am Ende der Reportage wird „enthüllt“, dass der arme Kunde, ein Opfer von Quorum, eine Klage bei der Staatsanwaltschaft wegen Betrugs eingereicht hat. Was für ein Finale, dieses exzellenten Exempels von investigativem Journalismus!

Was aber verschwiegen wurde ist, dass die Staatsanwaltschaft später das Verfahren wieder eingestellt hat, nachdem der Kunde viele Monate lang keine Dokumente oder Informationen bereitgestellt hat, um seine Vorwürfe zu festigen.

Alles purer Zufall!

Ich habe meinen Informanten gefragt, ob er mir mehr über das Manöver erzählen könne. Er konnte nicht oder wollte nicht, ich habe keine Ahnung. Aber er stellte mir eine Kopie meines Interviews mit Focus Money bereit (http://www.noabank.de/presse), welches den Vorstand des Verbandes angeblich so extrem aufgeregt hat. Auf Seite 4 steht geschrieben, dass „2004 hob er den Factoringdienstleister Quorum aus der Taufe und führte ihn binnen wenigen Jahren zu 434 Millionen Euro Umsatz und zehn Prozent Marktanteil in Deutschland.“

Natürlich, so wie es geschrieben ist, kann es den Eindruck vermitteln, dass der Marktanteil von Quorum 10 % des Gesamtumsatzes der Factoring Branche beträgt, was nicht stimmt. Ich habe aber explizit von 10 % Marktanteil bezüglich der Anzahl der Kunden geredet (am Ende von 2008 hatte Quorum 570 Kunden und alle Mitglieder des Factoring Verbandes zusammen 5500 Kunden). Tatsächlich war es ein Missverständnis zwischen mir und dem Journalisten. Eigentlich nichts Dramatisches.

Interessant genug, dass der Deutsche Factoring Verband die Redaktion von Focus Money direkt kontaktiert hat, wahrscheinlich um einen Beweis zu erhalten, dass ich falsche Angaben in der Presse gemacht habe. Zu ihrem Leidwesen, konnte ihnen das Magazin keine solche Bestätigung liefern.

Basierend auf meiner ersten Erfahrung mit dieser Situation bin ich weniger naiv als zuvor und weiß, dass diese Aktion nur ein erster Schritt in einem umfassenden Plan, des Manövers ist. Sie mögen sagen, dass ich paranoid bin. Vielleicht. Aber ich bin auch ein Schachspieler (seitdem ich 14 Jahre alt bin) und habe ein gewisses Gefühl der Antizipation entwickelt.

Ich brauche nicht zu sagen, dass ich nicht sehr verwundert darüber war, als ich erfuhr, dass derselbe Journalist vom WDR sich wieder mit Quorum befasst. Welch interessante zeitliche Übereinstimmung mit der Entscheidung des Factoring Verbandes.

Obendrein ist der Journalist jetzt wütend. Ich habe seine Arbeit in meinem ersten Blog Eintrag als „Cocktail der Manipulation“ bezeichnet und seine journalistische Unabhängigkeit angezweifelt.

Seine Technik ist wieder dieselbe. Er sucht nach ehemaligen Mitarbeiten die entlassen wurden, nach unzufriedenen oder gekündigten Kunden die natürlich ein negatives Licht auf unser Unternehmen werfen, oder nach einem Kunden, der ein Problem mit seinem Girokonto hat (Ich habe die technischen Probleme, die uns entstanden sind, bereits im Blog erwähnt). Zudem wird er versuchen einen Zusammenhang zwischen Targas, Quorum und der noa bank herzustellen.

Ein Beweis für eine falsche Pressemitteilung? Ein Beweis für einen falschen Umgang mit Kunden? Zufälligerweise fragte uns erst neulich und zum ersten Mal in 6 Jahren ein gekündigter Kunde nach einer Auskunft über seine Factoring-Transaktionen. Haben wir einen Fehler gemacht? Wir werden sehen.

Das Ziel ist eindeutig: meine Person und somit die noa bank in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Mit Freude wird das Ansehen der noa bank geschädigt, nur weil sie das Establishment der Branche stört.

Ich gebe zu, dass es ein Fehler war, mit Freiberuflern zu arbeiten. Frederic Lodewyk, der Vorstand von Quorum, traf im Herbst 2008 die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit ihnen komplett zu beenden.

Die Vergangenheit vorzuhalten ist immer einfach. Natürlich haben wir, wie ich selber zugegeben habe, Fehler gemacht. Heißt das, dass wir diese Fehler nicht korrigieren können? Dass ich mich selbst nicht verändert habe?

Die Finanzkrise hat mir die Augen geöffnet. Sie hat mir gezeigt, dass es Zeit ist, unser Verhältnis zum Geld und unsere Arbeitsweise zu verändern.

Und jetzt wird WDR womöglich einen oder zwei verärgerte Freiberufler dazu benutzen, um ihre These zu unterstützen. Oder noch besser, Josef Shitawey der bei Quorum eine führende Position als Verkaufsleiter der Freiberufler inne hatte. Noch besser, weil es noch skandalöser wirkt: Herr Shitawey hatte eine lange Beziehung mit der Sängerin Michelle, welche für viele Monate Zündstoff für die Regenbogenpresse lieferte.

Schon wieder so ein wunderbarer Cocktail der Manipulation!

Ich weiss nicht, was als Nächstes kommt. Aber ich werde entschlossen gegen jeden Versuch, mein Ansehen und das der noa bank zu beschmutzen vorgehen. Auch juristisch.

Was auch klar ist: ich werde sicher wieder 24 Stunden vor der Veröffentlichung der Reportage informiert. Das ist Teil dieser Art von Journalismus. Der Journalist stellt in der letzten Sekunde ein paar Fragen, die er zurechtschneidet, wie es ihm beliebt. Null Objektivität – es wird alles dafür getan, die eigene These zu unterstützen. Bloß nicht die schöne Story kaputtrecherchieren.

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Goliath will David umbringen. Das ist die Geschichte. Der Unterschied: in der alten Geschichte ist Goliath kein Feigling, der seine wahren Absichten versteckt. Er fordert seinen Gegner in aller Öffentlichkeit heraus. Unglücklicherweise werden meine Angreifer in diesem Fall behaupten, dass dieser Blogeintrag sie angegriffen hätte und dass sie selber natürlich niemals in ein solches Manöver involviert waren oder sein würden.

Ich überlasse Ihnen die Schlussfolgerung, warum das Establishment der Branche das Ansehen der noa bank wohl beschmutzen will.

Schach, aber nicht Schachmatt.

Ihr Francois Jozic

P. S.: Während ich dabei war diesen Text zu schreiben, bekamen wir heute Nachmittag Besuch von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf (vielleicht wieder nur ein Zufall?). Ein ehemaliger Kunde von Quorum, dessen Vertrag im Frühjahr 2009 aufgelöst wurde, hat eine Anzeige wegen Veruntreuung eingereicht. Weitere Informationen hat uns die Staatsanwaltschaft nicht zur Verfügung gestellt.

Die Anzeige des ehemaligen Kunden ist aus meiner Sicht völlig unbegründet. Nach meiner Recherche, könnte der einzige Streitpunkt mit dem Kunden – der notfalls vor einem Zivilgericht geklärt werden muss – die Frage sein, ob der Kunde einen Anspruch aus unserer Ausfallschutzversicherung hat, oder nicht. Nach den AGB der Quorum müssen wir zahlen, wenn der Schuldner aufgrund einer Insolvenz nicht selber zahlen kann. Dies liegt derzeit jedoch nicht vor. Selbstverständlich zahlt Quorum die Entschädigung auch bereits vor einer Insolvenz, falls wir von unserem Kreditversicherer die Entschädigung früher erhalten. Auch dies ist hier nicht der Fall. Der Kreditversicherer hat lediglich bestätigt, dass er entschädigen will.

Eine Anzeige wegen Veruntreuung klingt in der medialen Wahrnehmung viel interessanter, als der Prozess vor einem Zivilgericht.


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70 Kommentare

ChristianM

Sehr geehrter Herr Jozic,

ich finde das Konzept der Noabank sehr genial.
Jedoch Frage ich mich weshalb die Privatkunden von Ihnen u.a. hinsichtlich des Girokontos etwas bei Seite gestellt werden.
Kontokonditionen geben einen Dispo an der aber wieder “noch nicht” möglich ist!?

Wann denn?

Ebenso haben Sie die Girokonten Eröffnung eingestellt wieso?

Ich habe nicht eins der genannten Probleme gehabt.

Über ein Feedback freue ich mich.

Gruß

ein zufriedener Privatkunde

Joachim Graf

Dass ein Journalist vom Ziel seiner Recherchen angegriffen wird, weil er recherchiert, ist nichts Neues. Dass Firmen sich beschweren, weil negatives über sie erscheint auch nicht.

Was Journalisten allerdings immer machen MÜSSEN, ist bei einer Berichterstattung die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. Das nennt man journalistische Sorgfaltspflicht und Qualitätsjournalismus.

Wir zumindest halten uns pingelig dran. Und ich hoffe, dass sich auch die Kollegen öffentlich-rechtlicher Sender daran halten.

oskar

Hmm ... bis vor einer Stunde kannte ich die noa bank noch gar nicht. Ich bin bei der Recherche nach Tagesgeldkonten darauf gekommen. Wie soll man als potenzieller Neukunde nun auf dieses Blog reagieren? Das Dumme an einer Schmutzkampagne ist ja schon den alten Römern bekannt gewesen “semper aliquid haeret” (es bleibt immer etwas haften).

Ich werde folgendes tun. Ich fahre nach Düsseldorf und schaue mir an was ich sehe. Vielleicht kann ich dann entscheiden, ob ich Geld anlege - oder lieber nicht.

Gerne würde ich an das ganze Konzept glauben, es hört sich so schön an.

Christian

Vielen Dank für diese Vorwarnung Herr Jozic. Beim letzten Mal war ich doch etwas überrascht, wenn nicht gar verstört über die Berichterstattung des WDR im Bezug auf die Noa Bank.
Dieses Mal kann ich mich entspannt zurücklehnen und mich nur wundern, wofür zum einen im Interesse von Unternehmen GEZ Gebühren verschleudert werden (Stichwort: Bildungsauftrag) und wie gefährlich eine doch im Verhältnis winzige Bank wie die Noa Bank für die etablierten Institute zu sein scheint. Und zwar nicht nur im Bankgeschäft, sondern offenbar auch im Factoring.
Vielen Dank für die Transparenz, für mich ist dies nur ein weiterer Grund, Kunde der noa Bank zu sein.

Viele Grüße aus München
Christian

Ka.Ma

Ich habe meine Erfahrungen mit der Kaupthing gemacht. Daraus habe ich zwei Dinge gelernt:

1.) Was in der Presse berichtet wird entspricht sehr oft nicht der Wahrheit. Manchmal ist es noch recht nahe dran, manchmal in entscheidenden Punkten (bewusst?) missverständlich formuliert, manchmal aber auch eben ganz und gar nicht richtig dargestellt.

Das ist bezogen auf die Berichte zur Kaupthing im allgemeinen, über die Gier und die Dummheit der Anleger, der tollen Leistung unserer Regierung, eine Lösung für die geprellten Kunden herbeizuführen, ...

Eine Zeitung verkauft sich mit den entsprechenden Schlagzeilen einfach besser. Die Einschaltquoten einer Sendung sind besser, wenn die Vorschau gut zusammengeschnitten ist und die Berichterstattung reißerisch erfolgt. Und fast immer stehen bestimmte Interessen dahinter, die den Inhalt und die Richtung eines Berichtes beeinflussen. Objektiver, gut gemachter Journalismus gehört leider selten zu diesen.

2.) Es lohnt sich, seine Bank genauer anzuschauen und auch, was diese mit ihrem Geld macht. Da noa eine deutsche Bank ist, war sie für mich schon mal interessant. Die Richtung, in die Herr Jozic geht, hat mein Interesse verstärkt. Seine Offenheit, auch in den Blogs, hat mich zu der Kontoeröffnung veranlasst.

Ich hoffe, dass alles, was Herr Jozic veröffentlicht der Wahrheit entspricht und man seinen Aussagen vertrauen schenken darf. Und notfalls hoffe ich, dass Frau Merkel ihr Wort hält und mein Geld sicher ist. Damals bei Kaupthing hieß es, selber Schuld, wenn ihr euer Geld nicht bei einer deutschen Bank anlegt.

Was manchmal Versprechen wert sind hat der ehemalige Deutschland-Chef von Kaupthing bewiesen. Der hat nur wenige Tage vor der Pleite in der Presse verkündet, dass das Geld der Anleger bei Kaupthing sicher ist.

Ich hoffe, Herr Jozic, dass ich nicht noch eine weitere Lektion lernen muß. Ich vertraue der noa bank und hoffe, dass die noa bank und letztendlich natürlich auch Sie dieses Vertrauen verdienen.

Noa_Kunde

Sehr geehrter Herr Jozic,

ich bewundere, was Sie mit der Noa Bank aufgebaut haben und empfehle Ihnen, sich nicht durch Schmähungen seitens der Mitbewerber und der sog. “freien” Presse unterkriegen zu lassen.

Ich kann bisher absolut nichts Schlechtes an Ihrem Konzept erkennen und bin in jeder Hinsicht zufrieden.

mit freundlichen Grüßen

DerBerliner

Es gibt heute fast keine Journalisten mehr, sondern nur noch Journaille. Das sind auch keine Presse-H****, sondern Presse-N*****, denn H**** haben mehr Ehre als die Journaille.

Ich beziehe diese Aussagen generell auf die Medien, nicht speziell auf Ihren Fall, den ich nicht ausreichend kenne.

Jo

Keine Panik, das wird schon. Wenn Ihnen die Gerichte nichts anhaben können, dann verzieht sich der Medienlärm auch wieder so schnell wie er gekommen ist.
So eine aufgebauschte Story kann natürlich trotzdem ziemlich fies sein. Als Gegenmittel dürfte dann eine offene Darstellung wie hier mit diesem Blog tatsächlich der schlaueste Schachzug sein.

Anja

Sehr geehrter Herr Jozic,

wünsche Ihnen viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Dies scheint erst der Beginn zu sein, denn Ihr Konzept hat die, bitte um Entschuldigung, “profitgeilen” Menschen beunruhigt und beunruhigt sie weiter. Die “Hunde” sind aufgewacht und schnüffeln und schnüffeln, dann werden sie bellen und vielleicht sogar beißen.

Mich hat die noa-bank überzeugt und ich empfehle sie weiter. Sie wird weiter und weiter wachsen.

Das Gegenteil wird eintreten: durch die gebildete Bevolkerung und natürlich durch das Netz, werden die “Hunde” wieder angekettet und liegen ruhig vor ihrer Hütte.

Viele Grüße

Anja

AndererBanker

Der WDR entfernt jeden Beitrag 2 Wochen nach Sendung aus der Mediathek.

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