Seid Ihr bereit?
Heute wurde ich auf Twitter nach meiner Meinung gefragt, wodurch ich auf einen sehr interessanten Artikel gestoßen bin.
Der User PRKanzlei fragt: „Mich interessiert Ihre Meinung hierzu http://tinyurl.com/ycqet2w Was ist Ihr Ansatz?“ Der Link führt mich zu einem Artikel über eine Bürgerumfrage, die durch das Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag der Berliner Startegieagentur durchgeführt worden ist. Der Titel der Umfrage lautet: „57 Prozent der Deutschen befürchten Inflation.“ Dabei wurden 1029 Personen befragt. Die Ergebnisse dieser Studie sind überaus interessant.
Fast die Hälfte der 1.029 befragten hat darüber hinaus nach der Finanzkrise kein Vertrauen mehr in deutsche Banken (43,1%) und in ihren persönlichen Bankberater (41,6%). Vor allem bei den älteren Bundesbürgern (51 bis 65) Jahre ist das Vertrauen besonders stark erschüttert. 60,2 Prozent dieser Altersgruppe haben ihr Vertrauen in die Banken verloren. Dagegen vertrauen trotz Finanzkrise nach wie vor zwei Drittel (65,3%) der jüngeren Generation (18 bis 34) den deutschen Banken.
Insgesamt fühlte sich die Bevölkerung in der Finanzkrise von den Banken schlecht informiert: 42,2 Prozent der Bundesbürger hätten sich während der letzten 12 Monate von ihrer Bank mehr unabhängige Informationen gewünscht und immerhin ein Fünftel der Bevölkerung hätte sich über ein persönliches Gespräch über die Sicherheit der eigenen Finanzen (20,4%) oder über ein offenes Wort der Bankmanager in den Medien (19,5%) gefreut.
Alexander Kiock, Geschäftsführer different GmbH: „Die Finanzkrise hat offenbar die Sparkassen-Filiale um die Ecke erreicht. Das Misstrauen der Bevölkerung richtet sich nicht nur gegen annonyme Institutionen der Finanzmärkte, sondern ganz konkret gegen den eigenen persönlichen Berater der Hausbank. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt deutlich, dass das Bild vom Bankberater als vertrauensvoller und glaubwürdiger Ratgeber, der für seinen Kunden im Finanzsystem die wichtige Orientierungsfunktion übernimmt, nachhaltig in Frage gestellt wird.“
Es ist interessant zu beobachten, dass die Höhe des Vertrauensverlusts abhängig ist vom Alter der befragten Personen. Kann es sein, dass ältere Leute, die im Durchschnitt mehr Ersparnisse haben, während der Krise auch mehr verloren haben? Gehen jüngere Menschen gleichgültiger mit einem Problem, dass sie selbst nicht so stark betrifft?
Grundsätzlich entspricht dies genau meiner Meinung, denn wir von der noa bank haben ähnliches herausgefunden. Durch eine von uns in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage (http://noabank.de/presse/download) haben auch wir festgestellt, wie erschüttert das Vertrauensverhältnis zwischen Banken und Kunden ist.
Demnach glauben 80 Prozent aller Befragten, dass sich das Verhalten der Banken nach der Finanzkrise nicht geändert hat. 61 Prozent der Befragten geben an, sie seien nicht ausreichend darüber informiert worden, was ihre Bank mit dem ihr anvertrauten Geld macht. Ein Drittel aller Befragten gibt an, dass sie ihre Bank nach der Finanzkrise nicht gewechselt haben, weil alle Banken im Prinzip doch gleich seien. Die große Mehrheit von 80 Prozent aller Befragten hält es für richtig wenn die eigene Bank mit dem ihr anvertrauten Geld nicht spekuliert, sondern das Geld Unternehmen aus der Region zur Verfügung stellt.
Ich bin PRKanzler dankbar über seine Frage, denn genau aus diesen Gründen habe ich die noa bank gegründet. Diese beiden Bürgerumfragen geben genau das wider, was wir denken und sagen.
Die wirkliche Herausforderung für mich, ist von Lothar Lochmaier (http://lochmaier.wordpress.com/2009/11/06/noa-bank-greift-an-wir-sind-alle-opfer-der-grosen-banken/) in einem unserer letzten Schriftwechsel zusammengefasst: “(…) You ask somebody, you trust your bank, he says no - but If you ask: Did you change, he says also no (…) (kognitive Dissonanz)”.
Sind wir bereit konsequent zu handeln? Wenn wir nichts verändern, werden Banker keinen Grund haben sich zu ändern. Eine Analogie: Wenn wir keiner politischen Partei mehr vertrauen, sie aber weiterhin wählen, welche Botschaft vermitteln wir damit?
Das ist der Hauptgrund für die Existenz der noa bank. Mit der Eröffnung eines Kontos bei der noa bank vermitteln Sie folgende Nachrichten an die Bankenwelt:
1. „Ich vertraue euch nicht mehr, ihr müsst euch ändern“
2. „Ich will das mein Geld sicher ist: spielt nicht damit“
3. „Seit transparent, hört auf damit, mich wie einen Finanzanalphabeten zu behandeln“
4. „Ich bin ein mündiger Bürger, ich kann auch entscheiden was ihr mit meinem Geld macht“
Seid Ihr bereit?
Der Punkt ist, ich weiß dass wir uns nicht widersprüchlich zu etwas verhalten, sondern lediglich vorteilhaft für etwas. Aus diesem Grunde will die noa bank auch eine Antwort auf die Erwartungen der Bürger als Bankkunden liefern:
• Ein vielseitiges Bankgeschäft – keine Spartenbank
• Attraktive Zinsen
• Eine moderne Vision der Welt
Vielen Dank für Ihren Eintrag vom 8.Januar über die Quorum AG, der doch einiges ins Licht stellt, dass mir bisher eher verschleiert erschien. Vielleicht sollten Sie diesen Post in das Blog übernehmen, da der WDR Bericht doch seine geplante Wirkung ziemlich gut entfaltet und ein schlechtes Bild auf die NOA Bank wirft.
Eine andere Frage, können Sie denn zusätzlich angelegtes Tagesgeld momentan überhaupt sinnstiftent verwenden oder überrollt Sie hier der eigene Erfolg? 20 Mio. € die zu 2,2 % verzinst werden wollen (ok, 1,2% unter Berücksichtigung der Bundesbankverzinsung) erfordern doch auch ein entsprechendes Kreditvolumen auf der Gegenseite.
Ansonsten weiter so, allerdings wären ein paar Lebenszeichen im Blog oder bei Facebook sicher hilfreich
Viele Grüße
Christian
scheint nicht so geklappt zu haben mit dem Umbau der Targas. Jetzt gibt es eine neue Firma Namens Samarys (http://www.samarys.com) mit den gleichen Leuten, gleichen Adressen und dem gleichen Geschäftsmodell. Mal wieder einen Namen verbrannt
26. Januar, 2010