Gründertagebuch

Francois Jozic
Erschienen am 14. Dezember, 2009
Kommentare 4
Hat die Revolution gerade erst begonnen?

Hat die Revolution gerade erst begonnen?

Die noa bank ist jetzt 33 Tage alt. Mir kommt es vor als wären es bereits 6 Monate!

Ich möchte mit Ihnen meine ersten Eindrücke, die ersten Reaktionen und natürlich auch die ersten Ergebnisse teilen.

Jedes neue Abenteuer, jedes neue Projekt, jede neue Firma hat ein unvorhersehbares Element. Das Selbe, wenn nicht noch schlimmer, gilt für die Einführung einer neuen Bank kurz nach der Krise in 2008.

Als wir beschlossen haben die Marketingkampagne am siebten November zu starten, wussten wir, dass es ein entscheidender Tag werden würde. Wird es klappen? Würde irgendjemand einer neuen Bank trauen?

Zu dieser Zeit kannte niemand die Bank, aber die erste negative Kritik hatte ich bereits. Diese Kritik kam nicht von irgendjemand, sondern von jemandem, der das Bankensystem gründlich überwacht und festlegt, wie die Banken zukünftig arbeiten sollten und werden (http://lochmaier.wordpress.com/2009/10/20/finanzstrukturvertriebe-wem-es-beim-awd-berater-in-den-ohren-klingelt/).

Diese Fragen verstärkten die Spannung umso mehr, sodass wir uns dazu entschieden, unsere Marketingkampagne auf nur einer leeren Seite, mit der Frage „Was macht Ihre Bank mit Ihrem Geld“, aufzustellen.

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Alle grundlegenden Regeln des klassischen Marketings wurden damit gebrochen: keine Versprechen, kein Logo, kein Anstoß um eine Reaktion der Kunden auszulösen.

Wie auch immer, wir haben bereits mehr als 45.000 verschiedene Gäste gehabt, durch eine nur einwöchige Kampagne.

Parallel dazu musste ich einen Presse-Marathon am 5. und 6. November laufen. Das Ziel war es, der Finanz- und Wirtschaftspresse das Konzept und die Philosophie der noa bank zu erklären. Ich dachte die Ergebnisse würden positiv sein (www.noabank.de/presse), obwohl es sehr viele umsichtige Fragen der Journalisten gab.

Ich war noch niemals in meinem Leben so entblößt. Entblößt gegenüber den Medien, aber auch gegenüber der „Social Media“ und den Blogs im Allgemeinen.

Tatsächlich begann das Phänomen noa hier, im Netz.

Natürlich mit electrouncle, der einen seiner Artikel „Das Phänomen noa bank“ (http://electrouncle.wordpress.com/2009/11/13/das-phanomen-noa-bank/) nannte, aber auch mit

• Talkabout (http://blog.talkabout.de/2009/11/08/potenzial-zum-positiven-social-media-benchmark-noa-bank-dekliniert-social-media-fast-perfekt-durch/),
• tobiaskoehler (http://www.tobias-koehler.com/2009/11/noa-bank-csr-und-social-media-best-practice/) und
• tobiashurrle (http://blog.lingner.com/?p=624),

um nur ein paar zu nennen.

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Dann fingen hunderte von Menschen an dies zu kommentieren und gaben Ihre Meinung über die noa bank ab. Ich denke, dass dies auch durch unsere Verfolger auf Twitter (384) und unsere Facebook Fans (255) wiedergespiegelt wird.

Noch konkreter, die Bank hat bereits 1152 Kunden (die ein Konto eröffnet haben) und 1354 Menschen die Unterlagen für die Eröffnung eines Kontos beantragt haben. Die noa Gemeinschaft wächst und gleichzeitig auch die Höhe der Guthaben. Bis zum heutigen Tage hat die Bank 5.422.125,07 Euro erhalten, folgendermaßen aufgeteilt (http://noabank.de/wo-ihr-geld-hilft/geldverteilung/thema/region):

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Natürlich kommen bereits Fragen darüber auf, wann wir die ersten Kredite vergeben. Nebenbei bemerkt, Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen zu vergeben ist ein strikter Prozess. Man muss die Anfragen aufnehmen, sie analysieren, die Kunden besuchen, Lösungen vorschlagen, sich über die Voraussetzungen und Bedingungen einigen, eine Risiko-Entscheidung treffen und diese dann vertraglich festlegen. Und dies braucht Zeit.

Aber am Freitag hat die noa bank ihren ersten Kredit vergeben! Morgen werde ich dazu einen gesonderten Eintrag vornehmen. Zurzeit kümmern wir uns um 230 Kreditanfragen. Unglücklicherweise noch nicht genug in den Themenbereichen Planet, Leben und Kultur.

Ich vertraue Ihnen, dass Sie dies überall weiter verbreiten!

Die ersten Ergebnisse sind recht positiv. Natürlich hatten wir einige operative Probleme zu lösen, aber wir haben diese bewältigt und hoffen unsere Kunden, die ersten „Citizen Banker“, auch.

Natürlich gibt es noch sehr viel zu tun: Wir müssen die Mitwirkungsinstrumente entwickeln, einen „Social Media“ Raum, wir müssen die Kreditvergabe beschleunigen, etc.

Und ich brauche Einsatz!

Sehr oft erhalte ich positive Resonanz über noa, gefolgt von der Frage: „Was kann ich tun um Ihre Ideen zu unterstützen?“ Zu allererst: Öffne ein Konto (es ist kostenlos und ohne Risiko!). Tatsächlich, wenn die noa bank den Anspruch geltend macht nicht nur ein paar hundert Kunden, sondern ein paar hunderttausend Kunden zu haben, wird die noa Gemeinschaft ein Mitspracherecht in Deutschland erhalten.

Wir müssen bedenken, dass noa das Ziel hat eine Veränderung im Bankensystem zu verursachen und nicht nur eine Bank mit neuen Prinzipien und Werten zu sein. Wenn wir eine weitere Krise verhindern wollen, werden noch einige radikale Änderungen benötigt: ein Spekulationsverbot für Banken, eine Reform der Einlagensicherung, eine Pflicht zur Transparenz, die direkte Finanzierung der inländischen Wirtschaft, etc.

Für all diese Vorhaben benötigen wir zahlreiche Unterstützung um stark zu sein. Deshalb hat die Bank „Citizen Partner“ geschaffen. Um die Revolution zu finanzieren, brauchen wir Geld! Denn eine Veränderung im Bankensystem, gleicht einer Revolution!

Das ist der Grund für „Citizen Partner“.

Ich habe einiges an Kritik erhalten, welche den Genussschein als riskant einstuft, weil man sein Geld verlieren könnte. Theoretisch ist das richtig, denn der Genussschein wird nicht durch ein Sicherungsverfahren geschützt.

Aber in der Realität, existiert dieses Risiko nur wenn eine Bankscheitert! Ist dieses Szenario plausibel? Ich denke nicht. Vielmehr denke ich: Wenn die Bank stärker wird aufgrund von „Citizen Partner“, nimmt das Risiko in gleicher Form ab.

Natürlich werden wir immer „Anwälte des Teufels“ haben (ich kenne welche), aber ist diese Investition von 1.500 Euro zu 5,5 % in einer deutschen Bank so unzumutbar?

Um diese Themen zu diskutieren, würde ich in der Zukunft gerne den Dialog mit Ihnen suchen und nicht in der virtuellen Welt verbleiben. Ich würde mich gerne mit Ihnen physisch treffen, dann können Sie mir direkt Ihre Fragen stellen und ich erkläre Ihnen von Angesicht zu Angesicht, was die noa bank erreichen will.

Ich möchte meine Vision gerne mit Ihnen teilen!

Ich denke über einen geeigneten Weg nach, dies zu tun. Mich in Cafés in unterschiedlichsten Städten zu treffen, von Ihnen in Ihre Firma eingeladen zu werden um Ihre Freunde und Kollegen zu treffen? Ich weiß nicht. Ich muss pragmatisch sein, ein Tag hat nur 24 Stunden und ich bin allein! Ich werde einen Weg finden….

Bis bald!


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4 Kommentare

Dirk Spannaus

Klar - warum nicht…?

Teilen Sie Ihre Reisepläne - vielleicht nicht in jedem Detail wink - per Dopplr, Tripit z.B. via Facebook mit. Damit erhöhen Sie die Chance, mit interessierten Ansprechpartnern ins Gespräch zu kommen. Nutzen Sie Tungle um Lücken im Reisekalender für spontane Meetings anzubieten… Damit helfen Sie dem Zufall auf die Sprünge.

Wir nutzen das unter Kollegen und hatten schon so manches spontane ungeplante Treffen…

B. Welte

Ich habe gerade einen inspirierenden Artikel in der Welt gelesen. Dort wurde von einer Kampagne aus den USA mit dem Motto “Move your money” berichtet:

http://www.welt.de/politik/ausland/article5786946/Kampagne-ruft-zum-Boykott-grosser-US-Banken-auf.html

http://moveyourmoney.info/

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Your blog keeps getting better and better! Your older articles are not as good as newer ones you have a lot more creativity and originality now keep it up!

sylvia

hallo,

es passt zwar nicht direkt zum thema, aber wenn ihr jetzt eine “neue” bank gründet, wäre es doch nur logisch, wenn endlich auch jemand käme und eine “neue” gesetzliche krankenversicherung gründen würde. kennt ihr da nicht jemanden? ich wäre sofort dabei smile

hoffnungsvoll

sylvia

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