Liebe Leser, Liebe Kunden,
in der letzten Woche haben die Bank und ich über meinen Blog zahlreiche Anfragen und auch Beschwerden zu der Einstellung der Kontenvergabe und Tagesgeldannahme erhalten.
Die Bank hat diese Maßnahme getroffen, um den Einlagenbestand zu begrenzen und zu reduzieren. Doch der gewünschte Effekt ist ausgeblieben.
Deshalb hat sich die Geschäftsführung der Bank dazu entschieden die Zinsen für die Tagesgeldkonten ab dem 09.07.2010 zu senken.
Bislang erhielten die Besitzer eines Tagesgeldkontos 2,2 % auf ihre Einlagen. Der 500.000 € übersteigende Anteil der Einlagen wurde mit 0,5 % verzinst.
Durch die Senkung der Tagesgeldzinsen, werden Tagesgeldeinlagen jetzt zu 1,5 % verzinst und der 50.000 € übersteigende Anteil wird mit 0,5 % verzinst.
Mein Ziel und auch das Ziel der Bank ist es, nicht mehr Einlagen anzunehmen als für die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen notwendig ist.
Zudem muss eine Bank und vor allen Dingen eine neue Bank regelmäßig drei Voraussetzungen erfüllen. Sie muss Einlagen einsammeln und Kredite vergeben. Um aber genug Kredite, im Verhältnis zu ihren Einlagen ausgeben zu dürfen, muss Sie aufgrund gesetzlicher Vorschriften auch einen gewissen Bestand an Eigenkapital vorweisen. Eine Dreiecksbeziehung.
Mit der noa bank, lag mein Hauptinteresse darin, Einlagen einzusammeln. Denn bevor ich die Bank gegründet habe, sagte mir jeder: „Mit einer neuen Bank wirst du nicht einen einzigen Euro einsammeln!“ Deswegen waren zu Beginn alle Maßnahmen auf das Einsammeln von Einlagen ausgerichtet.
Das die Einlagen dann aber pro Tag um 4 Mio. € wachsen würden, hatte ich nicht erwartet.
Aufgrund des unglaublichen Erfolges der Bank und des damit verbundenen Einlagenwachstums, konnte die Bank, Kredite nicht in gleichem Maße ausgeben. Die Eröffnung eines Kontos bedarf heute nur weniger „Klicks“, die Kreditvergabe aber einer umfassenden und sehr genauen Prüfung.
Deswegen erhoffe ich mir durch die Zinssenkung eine Verringerung des Einlagenbestandes auf ca. 200 Mio. € zu erreichen.
Denn zurzeit sind die überschüssigen Einlagen bei anderen Banken angelegt (http://www.noabank.de/wo-ihr-geld-hilft/geldverteilung/thema). Hier erhält die noa bank weniger als die 2,2 % Zinsen, die sie selber auf ihre Tagesgeldeinlagen bezahlt.
Im Vergleich dazu, erhält die Bank höhere Zinsen durch die Vergabe von Krediten. Die Kreditvergabe der Bank beläuft sich derzeit auf ca. 60 Mio. €.
Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen können Banken, unter gewissen Ausnahmen, Kredite aber nur in der Höhe ihres 12-fachen Eigenkapitals vergeben.
Durch die bereits vergebenen Kredite in Höhe von 60 Mio. €, hat die noa bank ihr maximales Kreditvolumen aber schon ausgeschöpft.
Deswegen habe ich das klare Ziel, das Eigenkapital der Bank anzuheben. Ich befinde mich bereits in Gesprächen mit potentiellen institutionellen Investoren, welche die Philosophie der Bank unterstützen möchten. Diese Gespräche sind schon weit fortgeschritten, weshalb eine Erhöhung des Eigenkapitals in Kürze erfolgen wird.
Auch möchte ich gerne den Kunden und Interessenten der noa bank die Möglichkeit geben, Anteilseigner an ihrer Bank zu werden und dadurch die Geschäftspolitik der Bank zu fördern.
Dies zeigt die Schwierigkeit im Bankgeschäft: Man muss alle drei Voraussetzungen berücksichtigen, diese gleichzeitig voranbringen und ein proportionales Verhältnis zwischen ihnen schaffen.
Aufgrund des unglaublichen Einlagenwachstums, konnte die Bank diese Dreiecksbeziehung nicht schnell genug voran bringen.
Für mich ist es entscheidend, dass das Eigenkapital der Bank erhöht wird. Denn das Ziel von mir und der Bank ist es, mit den Einlagen ihrer Sparer sinnvolle Projekte sowie kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen.
Beste Grüße
Ihr Francois Jozic
Jetzt also doch Zinssenkung! Zusätzlich zur Kontensperre bzgl. Einzahlungen. Und außerdem gestaffelt, um Beträge über 50.000 Euro möglichst rauszuhalten (0,5 % für überschießende Beträge ist unattraktives Sparbuchniveau).
Was mich dabei am meisten stört: Wie bei der Sperre keinerlei Vorwarnzeit: Brief vom 08.07., Posteingang 09.07., neuer Zins wirksam ab 09.07., ein Freitag. Keine Chance für eine geordnete Neudisposition bei größeren Einlagen. Zinsverlust in meinem Fall mehr als 11 Euro (vor Steuern).
Andere Banken kündigen Zinsänderungen ein paar Tage bis Wochen vorher an. Andere Banken verstoßen auch nicht gegen ihre eigenen AGB, indem sie die Kontonutzung unangekündigt einschränken.
Außerdem habe ich allmählich Zweifel an der propagierten Geschäftspolitik der noa Bank. Zitat: “Die noa bank ist als bloße Refinanzierungsquelle für das Factoringgeschäft völlig überdimensioniert.” und “Man kauft keine Werkstatt, um die Wartung seines Autos zu erleichtern.” (Blog-Beitrag vom 06. April 2010)
Im Rundfunk (hier WDR2) höre ich jetzt wieder Werbung für die noa Bank, um neue Geschäftskunden zu finden. Gut so. Aber wofür wird geworben? Für Investitionskredite? Für die Finanzierung von Expansion? Nein, sondern für - Factoring (“Rechnung 48”)!
Es hat den Anschein, als solle die Bank jetzt eben doch eine “bloße Refinanzierungsquelle für das Factoringgeschäft ” sein. Sicher nichts Schlechtes, wurde so aber nicht verkauft.
Und: macht es Sinn, jetzt schon Kredit-/Factoringkunden zu werben, wenn, wie Sie schreiben, keine Neu-Kreditvergabe möglich ist, bevor nicht das Eigenkapital erhöht wurde? Besteht da nicht die Gefahr einer erneuten “Blase”?
Zusammengefasst:
PRO
- gute Geschäftsidee zur richtigen Zeit
- augenscheinlich bemerkenswerte Transparenz
(bei welcher anderen Bank erfahre ich, was mit meinem Geld gemacht wird und wie hoch die Marge ist?)
- augenscheinlich offene Kommunikation mit dem Kunden
(man stelle sich diesen Blog mit Herrn Ackermann vor….)
CONTRA
- technische Startschwierigkeiten, unausgegorene Online-Banking-Oberfläche
- Brüskierung der Kunden durch “Nacht- und Nebel-Aktionen” (Kontensperre, Zinssenkung)
- Einschränkung der Konten-Nutzung (Kontensperre)
- mangelhafte Kommunikation hinsichtlich der Probleme und Maßnahmen, uninformierte Hotline (-> Verunsicherung der Kunden)
- möglicherweise Täuschung hinsichtlich der angeblichen Geschäftspolitik
Fazit: Schade. Ich bin dann mal weg….
“Mein Ziel und auch das Ziel der Bank ist es, nicht mehr Einlagen anzunehmen als für die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen notwendig ist.”
F. Jozic ist ein wahrer Wohltäter. Es ist ein Skandal, dass der Bundestrainer den Bundesverdienstorden bekommen soll und Unternehmer wie Jozic keine Beachtung finden.
“Durch die bereits vergebenen Kredite in Höhe von 60 Mio. €, hat die noa bank ihr maximales Kreditvolumen aber schon ausgeschöpft.”
Demnach funktioniert die Kreditvergabe doch äußerst effizient. Aus vorherigen Blog-Einträgen konnte der Eindruck entstehen, dass es einfach zu wenige finanzierungswürdige KMUs in Deutschland gibt.
Weiter so noa bank!
“Auch möchte ich gerne den Kunden und Interessenten der noa bank die Möglichkeit geben, Anteilseigner an ihrer Bank zu werden und dadurch die Geschäftspolitik der Bank zu fördern.”
Das ist doch eine super Idee. Nach all der positiven Wahrnehmung der Bank werden sicherlich eine Menge Kunden froh sein, wenn sie sich noch aktiver als bisher an der Bank beteiligen können.
Ich drücke der Bank die Daumen und freue mich bald Anteilseigner von einer der innovativsten Banken Deutschlands zu werden.
Gruß Uwe
“Die Bank hat diese Maßnahme getroffen, um den Einlagenbestand zu begrenzen und zu reduzieren. Doch der gewünschte Effekt ist ausgeblieben.”
Komisch, oder?!
Bei einer monatlichen Zinsgutschrift steigt die Einlagenhöhe natürlich an.
Ich bin mir aber sicher, dass der jetzige Schritt die gewünschte Wirkung nicht verfehlen wird. Denn eine derart drastische Zinssenkung ist wirklich überraschend. Eine Senkung um 0,2 Prozentpunkte hätte auch genügt.
Somit katapultiert sich die noabank selbst ins Aus.
Schade…
Hallo Herr Jozic,
so ganz verstehe ich Ihre Argumentation nicht. Warum erlauben Sie nicht schlicht auch den Bestandskunden keine Neuanlagen (=Erhöhung der Summe auf dem Tagesgeldkonto) mehr? Dann wäre doch der gesamte Kapitalzufluss gestoppt.
Die Kreditvolumen/Eigenkapitalgrenzen kannten sie ja schon immer, nun aber verärgern sie auch Bestandskunden.
Den erhofften Effekt der Kapitalabziehung erreichen Sie damit sicherlich, aber Ihre Reputation wird dadurch wohl ebenso sicherlich leiden.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Jakubowski
Besser spät als nie.
Danke für den richtigen Schritt…
Ich habe bis heute keine Mitteilung über die Zinssenkung erhalten und musste diese Information einem Pressedienst entnehmen. In Verbindung mit der Tatsache, dass auch nach der Testphase keine neuen Girokonten mehr vergeben werden, bin ich von der Vorgehensweise der noa Bank nun doch enttäuscht.
Ich hatte gehofft, dass mit der noa Bank eine längerfristige Geschäftsbeziehung möglich ist. Bleibt somit abzuwarten, ob die Konditionen beim Festgeld Bestand haben werden.
Für mich scheint das ganze Konzept nicht so richtig durchdacht worden zu sein. Ist doch klar, dass man sich mit einem Zinssatz weit über dem Normalniveau jede Menge Geld einkauft! Da muss man sich doch gleich bei Start die Frage stellen: was mache ich damit? Jetzt kommt es nämlich zu diesen Kurzschluss-Panik-Aktionen. Also mal ehrlich Herr Jozic: Sie kaufen sich doch auch keine 100 Packungen Eier und beschäftigen sich erst dann damit, welchen Kuchen Sie backen möchten, bevor die Eier das Verfallsdatum überschreiten! Soviel Verstand in Sachen Finanzen erwarte ich von einem Bankgründer. Würde mich nicht wundern, wenn die Noa mit einem Knall in der Versenkung verschwindet. Ich hab mein Geld jedenfalls in Sicherheit gebracht. Sie bestimmt auch!!!
Langsam kommen mir leider Zweifel.
Es ist erstmal sehr schade, dass keine weiteren Information zu den Thema “Girokonto” mehr kommen obwohl schon öfters danach gefragt worden ist.
Warum wandelt sich die noa bank nicht in eine AG oder wie die Volksbanken in einer EG um?
Dann könnte man Aktionär oder Genosse der Bank werden.
Mike schrieb: “Keine Chance für eine geordnete Neudisposition bei größeren Einlagen. Zinsverlust in meinem Fall mehr als 11 Euro (vor Steuern).”
Da fällt mir nur ein, wie Recht doch ube in einem vergangenen Blogeintrag hatte, als er schrieb: “einfach den Zinssatz auf ein marktübliches Niveau anpassen (ca. 1 - 1,3%), dann werden viele Gelder von Anlegern, denen der Ansatz der Noa Bank egal ist und die nur deshalb ein Konto dort unterhalten, weil eben der Zinssatz entsprechend hoch ist, abgezogen und die Diskrepanz zwischen angelegten Geldern und Krediten verschwindet von selbst. Übrig bleiben die Anleger, denen an Transparenz und Mitbestimmung gelegen ist.”
na toll ... tschüss, noa bank.
ps: wäre nett, wenn die kunden mal per post über eine zinssenkung informiert werden würden.
12. Juli, 2010